Reifendruckkontrolle (RDKS / TPMS) für Wohnmobile /Reisemobile

Ratgeber für den Betrieb von OEM Sensoren und den Kauf von Nachrüstsystemen - Warum man auf RDKS nicht verzichten sollte

 

Welche Funktion hat ein RDKS (Reifendruckkontrollsystem) / TMPS (Tire Pressure Monitoring System?

 

Das System zeigt dem Fahrer den aktuellen Luftdruck an und/oder warnt, wenn dieser unterschritten wird.

 

 

 

Bei den Ducatos & Co wird beim Unterschreiten des fahrzeugseitig eingestellten Schwellwertes ein Warnsignal abgegeben. Dieses erfolgt durch das Aufleuchten der RDKS-Kontrollleuchte. Zudem wird ab Unterschreiten des Schwellwertes meist der tatsächliche Luftdruck angezeigt.

 

 

 

Technik Know How - Originalsensoren

 

Die Ducatos & Co verfügen über ein direkt messendes System. Dazu sind die Drucksensoren in den Rädern verbaut und messen permanent den Luftdruck und die Temperatur. Die Informationen werden per Funk an das Steuergerät gesendet. Bei Unterschreiten der Schwellwerte kommt es zu einer Fehlermeldung.

 

 

 

Wie lernen sich die Sensoren an?

 

Die Sensoren sind selbstanlernend.

 

 

 

Bei Bewegung fangen die Sensoren an zu senden. In regelmäßigen Intervallen wird die Kennung der Sensoren vom Steuergerät abgefragt. In der Regel ist es ausreichend einige Kilometer zu fahren. Die Hersteller sagen bis zu 30 Minuten über 30 Km/h. Meist ist der Anlernprozess bereits deutlich früher abgeschlossen. Also: Räder anbauen, einige Zeit fahren, fertig!

 

 

 

Schwellwerte – Wann warnt der Bordcomputer und wie stelle ich das ein?

 

Fahrzeugseitig mit dem entsprechenden Equipment über die OBD Schnittstelle.

 

 

 

Ab Werk sind die Schwellwerte meist auf ca. 4,5 bis 5 Bar eingestellt. Wird der Nennluftdruck unterschritten, kommt es zu einer Warnmeldung.

 

Oft soll aber mit geringeren Luftdrücken gefahren werden. Eine Anpassung ist dann notwendig. Empfehlungen finden sie hier.

 

Info: Ramto.de passt die Schwellwerte auf Kundenwunsch entsprechend an.

 

 

 

 

 

Gibt es eine gesetzliche Pflicht für Wohnmobile?

 

Nein.

 

 

 

Diese gibt es für Reisemobile (noch) nicht. (Stand Februar 2021)

 

Zwar müssen seit 2014 laut ECE-R 64 alle Neuwagen mit einem Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS) ausgerüstet sein, davon ausgenommen sind jedoch Fahrzeuge, die ein zulässiges Gesamtgewicht von 2,5 Tonnen überschreiten. (Transporter und darauf aufbauende Wohnmobile). Viele Anbieter von Reisemobilen bieten die Funktion jedoch optional an.

 

Achtung: Wenn Sie fahrzeugseitig über die Funktion RDKS verfügen, so müssen auch Sensoren verbaut werden, ansonsten kann die Betriebserlaubnis erlöschen.

 

 

 

Warum sollte ein RDKS verwendet werden?

 

Mehr Sicherheit und ggf. höherer Fahrkomfort

 

 

 

Einerseits führt ein zu geringer Luftdruck zu einem nicht unerheblichen Sicherheitsrisiko. Zudem verschlechtern sich die Fahreigenschaften des Reifens. So verlängern sich beispielsweise die Bremswege drastisch. Auch kommt es zu einem erhöhten Spritverbrauch sowie zu größerem Verschleiß.

 

Im Extremfall laufen die Reifen heiß, dies wiederum kann zu einem plötzlichen „Reifenplatzer“ führen. Dieses ist bei einem Wohnmobil besonders gefährlich, schließlich hat man mal eben 3,5 Tonnen und mehr unter dem Allerwertesten. (mehr Sicherheit!)

 

Andererseits ist auch ein zu hoher Luftdruck nicht erstrebenswert. Die Reifen fahren sich dann ggf. ungleichmäßig, meist reifenmittig ab. Auch leidet der Fahrkomfort maßgeblich unter zu hohen Luftdrücken. (höherer Komfort!)

 

 

 

Einschätzung / Empfehlung von ramto.de?

 

Leider kommen diese Reifenplatzer immer wieder vor und zahlreiche WoMo-Fahrer waren mit dieser Thematik bereits bei ramto.de vorstellig.

 

Keiner dieser Besitzer hat den schleichenden Luftdruckverlust bemerkt.  Anfangs verflucht, sind wir heute der Meinung, dass ein Reifendruckkontrollsystem Verwendung finden sollte.

 

Tipp: Sie sollten die Funktion RDKS bei Ihrer Bestellung von Neufahrzeugen mitbestellen. Meist ist diese optional verfügbar. Alternativ empfehlen wir ein Nachrüstsystem zu verwenden.

 

 

 

 

 

Wie erkenne ich ob bereits RDKS verbaut sind?

 

An der Warnleuchte im Cockpit oder am Ventil.

 

 

 

Gerne können Sie ein Foto des bestehenden Ventils per Email an uns senden. Wir sagen Ihnen ob Sie Sensoren verbaut haben oder nicht.

 

 

RDKS bei Wohnmobilen?
RDKS bei Wohnmobilen?

 

Rat & Tat – Welche Sensoren empfehlen wir?

 

 

 

Bei fahrzeugseitig gegebener RDK-Funktion:

 

Zubehör Sensoren (Aftermarket) oder Original Sensoren (OEM) Sensoren?

 

 

 

Es gibt zahlreiche Anbieter von Zubehör- bzw. Universalsensoren. Darunter sind einige Hersteller mit denen wir gute Erfahrungen sammeln konnten. Mit dem überwiegenden Teil wurden jedoch eher schlechte bis sehr schlechte Erfahrungen gemacht, ohne hier Marken nennen zu wollen. Einige funktionieren – adere wiederum nicht. Einige Sensoren fallen sporadisch aus oder funktionieren überhaupt nicht.

 

Als Gründe für das Nichtfunktionieren geben die Hersteller an, dass es unter anderem an den  Reifen, den Felgen oder oft am Fahrzeugumbau liegen soll.

 

So sollen insbesondere die Aufbauten der Reisemobilhersteller dazu führen, dass die Sensoren nicht mehr, oder nicht mehr richtig funktionieren da die Wegstrecke SenderóEmpfänger gestört sein soll.

 

 

Andere Hersteller argumentierten, dass die Wassertanks in Abhängigkeit des Füllstandes zu Fehlern führen. Fakt ist, dass die Kommunikation innerhalb eines definierten und sehr engen Frequenzbandes abläuft. Leichte Frequenzabweichungen führen hierbei bereits zu Störungen. Hier arbeiten Zubehörsensoren oft zu ungenau.

 

 

 

Unser Anspruch an die Sensoren ist es, dass diese unter allen Bedingungen funktionieren sollen. Hier punkten die Originalsensoren von FIAT (Hersteller: Schrader). Diese funktionieren in nahezu allen Fällen problemlos bei Reisemobilen.

 

 

 

Zubehörsensoren sind oft günstiger, hier wird jedoch am falschen Ende gespart. Der Austausch ist kostspielig.

 

 

 

Daher unser Tipp:

 

Am besten die OEM Sensoren verwenden.

 

 

 

Originalsensoren
Originalsensoren

Nachrüstsysteme – Eine gute Alternative insofern es die Richtigen sind

Das Nachrüsten eines Retro-Fit Systems ist jederzeit möglich.  Insbesondere dann, wenn ohnehin neue Reifen montiert werden.

 

Dabei spielt es keine Rolle ob fahrzeugseitig die Funktion gegeben ist. Die Hersteller der Nachrüstsysteme stellen ein eigenes Empfängermodul zur Verfügung. In Kombination mit den Sensoren ist somit eine Reifendrucküberwachung möglich.

 

 

 

Auf was sollte man achten?

 

·        Es sollten Systeme verwendet werden, die direkt im Reifen eingebaut werden.
 (Keine Aufschraubsensoren)

 

 

 

·        Der maximale Luftdruck des Systems muss mindestens mind. 6,5 Bar betragen.
 (Der Reifen erwärmt sich im Fahrbetrieb, dadurch steigt der Luftdruck an. Einige Systeme arbeiten nur bis 5 bis 5,5 Bar. Davon ist dringend abzuraten)

 

 

 

Aufschraubsensoren

 

Diese Systeme sind weit verbreitet, bringen jedoch leider erhebliche Nachteile mit sich.

 

Die Sensoren werden dabei auf die vorhandenen Ventile anstelle der Ventilkappe geschraubt.

 

 

Vorteile Aufschraubventile

 

·        Einfach Montage

 

 

 

Nachteile Aufschraubventile

 

·        Die Sicherung erfolgt oft über eine kleine Schraube. Diese „vergammelt“ schnell und verformt das Ventilgewinde

 

·        Bei Druckanpassungen müssen die Kappen abgeschraubt werden was zu zusätzlichen Verschleiß bzw. Verformungen führt.

 

·        Die Abdichtung erfolgt nur mittels kleiner O-Ringe in der Kappe.

 

·        Jedes nachträglich angebrachte Gewicht führt zu einer Unwucht

 

·        Die außen liegenden Kappen sind nicht geschützt von Diebstahl und äußeren Witterungseinflüsse

 

 

 

 

 

Einbausensoren

 

 

 

Vorteile Einbausensoren

 

·        Sichere und genaue Messung der Daten

 

·        Keine Unwucht, da die Sensoren beim Reifenwechsel ausgewuchtet werden

 

·        Keine Beschädigung des Ventils in Folge von Deformationen durch eine Sicherungsschraube

 

·        Druckanpassungen jederzeit problemlos möglich, ohne die Kappen abzumontieren

 

·        Gut geschützt vor allen äußeren Einflüssen

 

 

 

Nachteile Einbausensoren

 

·        Aufwendigere Montage

 

·        Höhere Kosten

 

 

 

 

Welches Nachrüstsystem empfehlen wir hier:

 

Wir haben einige System ausgetestet und haben uns für das Retrofitsystem TPMS-Cub Professional entschieden. Dieses können Sie hier bestellen

 

Vorteile:

 

·        Der Maximaldruck beträgt 7 Bar

 

·        Batteriebetrieben- keine Verkabelung, Sonnenunabhängig.

 

·        Gut lesbares Display

 

·        Die Sensoren sind von CUB. Diese sind sehr hochwertig und weit verbreitert,

 

·        Die Schwellwerte sind einfach einstellbar.

 

 

Hinweis: Erfolgt die Bestellung mit einem Radsatz, so werden die Sensoren automatisch durch uns verbaut

 

Ihr Vorteil:
Wir markieren jedes Rad mit dem Ort der Montage. VR, VL, HR, HL - Einfach das Rad an der jeweiligen Position montieren und ein paar Kilometer fahren und schon ist das System konfiguriert. (Der Anlernprozess der Sensoren entfällt) 

 

 

 

 

von www.ramto.de · Marc Berneburg · Stand 01.02.2021 · Version 1